Sondergutachten 1997:
Gesundheitswesen in Deutschland, Kostenfaktor und Zukunftsbranche.
Bd. II: Fortschritt, Wachtumsmärkte, Finanzierung und Vergütung,
Baden-Baden 1998
Ministerauftrag
Im Herbst 1995 erteilte der Bundesminister für Gesundheit, Horst Seehofer, dem Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen den Auftrag für ein Sondergutachten über die Auswirkungen von Ausgaben- und Beitragssatzveränderungen im Gesundheitswesen auf Beschäftigung und Wachstum. In einem zweistufigen Beratungsvorgang
sollten folgende Fragen der medizinischen und wirtschaftlichen Entwicklung untersucht werden:
- Inwiefern erfordern ein Wandel der Morbiditätsentwicklung der Bevölkerung und der sich weiterentwickelnde medizinische Fortschritt Veränderungen in den Versorgungstrukturen des Gesundheitswesens? Lassen sich einerseits Bereiche identifizieren, in denen eine Erhöhung der Aufwendungen sinnvoll ist und andererseits Bereiche erkennen, in denen Rationalisierungsmöglichkeiten durch Ausschöpfung von Wirtschaftlichkeitsreserven und Abbau von Überkapazitäten bestehen?
- Welche Ausgaben- und Beitragssatzwirkungen lassen sich abschätzen, wenn unter Einbeziehung von Wirtschaftlichkeitsreserven notwendiger medizinischer Fortschritt im Gesundheitswesen und in der GKV zur Anwendung kommt?
- Welche Beschäftigungs- und Wachstumswirkungen haben entsprechende Ausgaben- und Beitragssatzveränderungen
- im Gesundheitswesen
- in Branchen mit unterschiedlicher Kapital- und Personalintensität und in der gesamten Volkswirtschaft?Der erste Band (s. Sondergutachten 1996) umfaßte Ausführungen
Nach Fertigstellung des ersten Bandes wurde der an den Rat erteilte Untersuchungsauftrag durch den Bundesminister für Gesundheit wesentlich erweitert. Der zusätzliche Auftrag vom März 1997 lautet:
- zur Beschäftigung und zum Standort Deutschland als gesundheitspolitische Herausforderung,
- zu Stand und Entwicklung der Sozialabgaben,
- zur demographischen Entwicklung,
- zur Mortalitäts- und Morbiditätsentwicklung im höheren Lebensalter und ihren Folgen,
- zur Mobilisierung von Wirtschaftlichkeitsreserven im Gesundheitswesen,
- zur Beschäftigungssituation im Gesundheitswesen sowie
- zu den Beschäftigungswirkungen von Beitragssatzveränderungen.
Welche Lösungsmöglichkeiten sieht der Sachverständigenrat, den durch die demographische Entwicklung, den medizinischen Fortschritt sowie den tiefgreifenden sozialen und gesellschaftlichen Wandel bedingten zunehmenden Finanzdruck in der GKV in Einklang zu bringen mit der wachstums- und beschäftigungspolitischen Notwendigkeit, einerseits die Arbeitskosten zu entlasten und andererseits die Chancen für Wachstum und Beschäftigung in den gesundheitsnahen Bereichen zu nutzen?Die aus dem Gutachten entwickelten Vorschläge sollten sich besonders an ihrer Praktikabilität und sozialen Verträglichkeit orientieren sowie die möglichen wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen konkret benennen.Im vorliegenden zweiten Teil des Sondergutachtens, der ebenfalls unter dem Titel "Gesundheitswesen in Deutschland. Kostenfaktor und Zukunftsbranche" erscheint, werden fünf Themenbereiche behandelt, und zwar
- Zieldimensionen und Wirkungen des Gesundheitswesens,
- Fortschritt in Medizin und im Gesundheitswesen,
- Wachstumsmärkte im Gesundheitswesen,
- Finanzierung des Krankenversicherungsschutzes und
- Ergebnisorientierte Vergütungsanreize.