88. Bereits in vergangenen Gutachten (GA 2000/2001, III.1-7.4.7; GA 2003, II-6) hat der Rat nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die mit dem dargestellten demogra­fischen Wandel einhergehende Veränderung des Morbiditätsspektrums zielgerichtete Ver­­än­­derungen im deutschen Gesundheitswesen erforderlich macht. Statt (allein) in der Akut­versorgung der Bevölkerung besteht die wichtigste Aufgabe in Zukunft in einer adäquaten Versorgung von chronisch und mehrfach erkrankten Patienten hohen Alters und in einem Konzept einer generationenspezifischen Gesundheitsversorgung, die den sich wandelnden Bedürfnissen im Lebensverlauf von Patienten entspricht. Die Koordi­nation der Versorgung wird dabei zum leitenden Prinzip. Hausärztliche, ambulante und stationäre fachärztliche sowie pflegerische Behandlungsleistungen müssen im Rahmen einer interdisziplinären Kooperation mit Angeboten zur Prävention[1], zur Rehabilitation, zur Arznei­mittel­versorgung sowie mit Leistungen von sozialen Einrichtungen und Patienten­orga­nisatio­nen sinnvoll verzahnt werden. 

In diesem Kapitel werden die derzeitige Situation und der Handlungsbedarf in der haus­ärztlichen, fachärztlichen, pflegerischen und Arzneimittelversorgung zusammen­gefasst. Anschließend werden verschiedene Konzepte unter besonderer Berück­sichtigung des Managed Care-Ansatzes bezüglich ihrer Eignung für die Sicher­stellung einer generatio­nen­spezifischen und populationsbezogenen Versorgung im deut­schen Gesundheits­wesen analysiert (Kapitel 7). Schließlich wird ein Zukunftskonzept einer koordinierten und populationsbezogenen Versorgung dargestellt, das auf der Basis dieser Analyse entwickelt wurde (Kapitel 8).


[1] Hierbei sind vor allem sekundär- und tertiärpräventive Optionen, weniger die oft setting-spezifi­schen primärpräventiven Ansätze gemeint.


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